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Freihandel
Freihandel bezeichnet eine
uneingeschränkte Marktwirtschaft, die jedem Land und
Marktteilnehmer offensteht. Das bedeutet, dass keine
Handelsbeschränkungen erlassen werden, die etwa durch hohe
Zölle, Festlegen von Höchstkontingenten für bestimmte
Waren bestimmter Länder oder Hersteller ebenso wie
Einfuhrverbote, Sicherheitsauflagen etc. nicht existieren.
Die Vorteile des Freihandels liegen auf
der Hand: Ein freier Wettbewerb, in dem nicht heimische Produkte
durch protektionistische Maßnahmen subventioniert werden,
ermöglicht jedem Land und Hersteller allein auf Grundlage der
Qualität und des Preises seines Produktes als Marktteilnehmer
aufzutreten. Der Kunde entscheidet dann letztendlich, welches Produkt
er wählt und somit über dessen Erfolg und Preis. Je größer
die Nachfrage ist, desto höher kann auch der Preis festgesetzt
werden. Für den Kunden ergeben sich zum einen Vorteile einer
Produktvielfalt, zum anderen ist das Angebot vieler Marktteilnehmer
gegenüber der Nachfrage so groß, dass Preise sinken.
Unter den Unternehmen herrscht zudem
neben dem Preisdruck einen Leistungs- und Qualitätsdruck. Je
mehr Teilnehmer durch günstige Produktionsverfahren billige
Produkte anbieten können, desto wichtiger wird die Qualität
eines Produktes. Auf diese Weise werden Innovationen gefördert.
Regionale oder nationale Unternehmen
können durch Expansion auf den Weltmarkt, neue Absatzmärkte
erschließen und die Produktion ausweiten. Durch Outsourcing
sinken zudem die Produktionskosten, was entweder die Preise drückt
oder die Gewinne erhöht.
Und direkt daraus ergeben sich die
Nachteile. Viele Unternehmen senken die Preise nicht im Volumen der
Einsparungen. Durch Outsourcing verlieren zudem viele Menschen ihren
Job, was zu strukturellen Problemen im gesamten Land führt.
Müssen Unternehmen zudem ihre Produkte zu immer niedrigeren
Preisen verkaufen, begegnen kleinere Firmen nicht zu bewältigenden
Schwierigkeiten, die großen Unternehmen leichter und zum
Beispiel durch Produktionsverlagerung relativieren können. Folge
davon ist, dass mehr und mehr kleine Unternehmen absterben oder
aufgekauft werden.
Für die Menschen zeigt sich selbst
bezüglich der Produktvielfalt auch eine neue Problemvielfalt.
Qualittätsstandard werden von Anbietern aus anderen Ländern
nicht in dem Maße befolgt, wie es in Deutschland der Fall ist.
Bleihaltige Farbe, brennende Akkus oder hohe Formaldehydwerte in
Babylätzchen aus China sprechen dafür. Zudem wird der
Preisdruck so groß, dass manch Verkäufer zu illegalen
Mitteln greift. Die Fleischskandale in Deutschland zeigen dies auf.
Freihandel uniformiert zudem die
Nationen. Natürlich ist es wünschenswert, dass jeder Mensch
in jedem Land die gleichen Produkte einkaufen kann und es ist schön,
wenn wir in den Niederlanden einen VW Lupo günstiger kaufen
können. Aber wenn kleine Unternehmen von den Märkten
verschwinden und der Markt nahezu monopolistisch von Großunternehmen
geführt wird, dann steht nicht nur der Wettbewerb in Frage,
sondern auch die nationale Identität. Die individuellen Märkte
eines Landes werden in Frage gestellt. Billigprodukte aus dem Osten
verteilen sich schon heute gleichsam auf die Märkte in Polen,
der Türkei oder Deutschland.
Freihandel ist dennoch notwendig und
durch ein gewisses Maß an protektionistischen Maßnahmen
können seine negativen Wirkungen eingedämmt werden.
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