Fernabitur ILS mündliche Abiturprüfungen


Bericht von Birgit:

Ich muss sagen vor den mündlichen Prüfungen hat mir richtig gegraut, da hatte ich immer Magenschmerzen und mir war ganz schlecht.

Deutsch
Mein erstes Prüfungsfach war Deutsch, mit der Besprechung von ” Nathan der Weise” und ” Der gute Mensch von Sezuan” . Zu den Prüfungsfragen konnte ich mir vorher nicht wirklich viel vorstellen, ich habe die Bücher halt mehrmals gelesen und mir kurze Inhaltsangaben inkl. den wichtigsten Aussagen der Akteure zu den einzelnen Akten bzw. Bildern aufnotiert. Außerdem habe ich zu den Schriftstellern und zu deren gesellschaftlichem Background einiges an Material aus dem Internet ausgedruckt (bei Brecht hatte ich aber den beruflichen Werdegang irgendwie außer Acht gelassen, wurde in der Prüfung aber gar nicht dazu befragt). Man erhält ja im schriftlichen Teil einige Aufgabe zum Bearbeiten und die beantwortet man im mündlichen Teil dann. Ich hatte sie übrigens gar nicht alle schriftlich beantworten können, dazu hat mir die Zeit nicht gereicht. Als ich zur Prüfung abgeholt wurde, habe ich das dem Prüfer mitgeteilt, doch er meinte nur, dass wir das dann mündlich behandeln.

Wenn du die Fragen schnell und vielleicht auch noch richtig beantwortet hast, kommen dann auch Fragen die über die ursprünglichen Fragestellungen hinausgehen und andere Kapitel der Bücher betreffen. Ich habe schon ein paar Mal überlegen müssen, mir ist aber zum Glück immer wieder was eingefallen, was gepasst hat.
Dass es dann 15 Punkte wurden, hat mich aber trotzdem gewundert.

Latein
Meine zweite Prüfung hatte ich in Latein und wieder war mir vor der Prüfung richtig schlecht. Hier war ich über den Umfang des zu übersetzenden Textes sehr erstaunt. Es waren zwar ” nur” achtzig Wörter, aber ich habe fast die gesamte Zeit gebraucht um sie zu übersetzen. Dafür gab es im schriftlichen Teil gar keine grammatikalischen Fragen, die kamen dann erst im Mündlichen. Nachdem ich den lateinischen Text vorgelesen hatte, habe ich den Text Zeile für Zeile übersetzt. Der Prüfer hat dann teilweise grammatikalische Fragen zu bestimmten Textstellen gestellt, wobei ich ganz schön überlegen musste und auch nicht immer alles sofort parat hatte.
Trotzdem wurde ich mit 14 Punkten bewertet, d.h. man muss nicht unbedingt alles wie aus der Pistole geschossen richtig beantworten, sondern kann sich die Lösung auch mit dem Prüfer zusammen erarbeiten und kann dann trotzdem noch eine gute Bewertung erhalten.

Erdkunde
Meine dritte Prüfung war in Erdkunde, wobei hier die Fragestellungen ungefähr so waren wie ich sie mir vorgestellt hatte. Ich war allerdings etwas geschockt, weil zu dem Thema ” Tropischer Regenwald” nur Fragen zu der Bodenbeschaffenheit in drei verschiedenen Regionen kamen. Das hatte ich nicht explizit gelernt und musste mir das anhand eines Kreisdiagramms irgendwie zusammenreimen. Hat aber ganz gut geklappt, auch hier haben die Prüfer nämlich Denkanstöße gegeben, so dass man auf die Lösung kommen konnte. Hier habe ich auch 14 Punkte bekommen.

Chemie
Die vierte Prüfung war in Chemie und da hatte ich ganz andere Fragestellungen erwartet. Der Prüfer hat dann auch gleich bei der ersten Frage einen Schwachpunkt von mir erwischt und ist dann leider nicht mehr davon abgegangen. Ich bin einfach nicht auf die Lösung gekommen und habe es selbst verabsäumt ihn darum zu bitten zur nächsten Frage überzugehen. So hatte ich im ersten Prüfungsteil null Punkte (obwohl die Aminosäuren eigentlich mein bestes Gebiet waren) und habe dann bei den Säure-Base-Theorien ein paar Pünktchen gemacht.

Etwas genauer zu Chemie: In der ersten Frage, Thema Aminosäuren, ging es darum welche Möglichkeiten es gibt um Aminosäuren aufzutrennen, ich habe hier, ziemlich ausführlich, die Elektrophorese beschrieben (im mündlichen Teil hat der Prüfer diese Frage aber dann ausgelassen). Dann ging es um drei Aminosäuren mit verschiedenen isoelektrischen Punkten und man sollte erklären welche der drei A-Säuren bei einem bestimmten pH-Wert ” ausfällt” . Hier bin ich schon hängengeblieben, weil ich nicht schlüssig erklären konnte, warum gerade die eine und nicht die andere Aminosäure ausfällt (hatte natürlich mit der Zwitterionenform zu tun, aber da hatte ich einen totalen Blackout).

Das Thema Säuren-Basen konnte ich im schriftlichen Teil nur streifen, da weiß ich nicht mehr um was es ging, irgendetwas mit Puffersystemen und am Schluß war noch eine stöchiometrische Berechnung (Titration), aber soweit habe ich es, wie gesagt, gar nicht geschafft. Hier wurden im mündlichen Teil hauptsächlich Fragen zu der ” allgemeinen” Formulierung eines Protolysegleichgewichts gestellt, was ja ganz einfach ist, aber der Prüfer hat sich da sehr lange aufgehalten (und ich war im Schockzustand und habe nicht reagiert), so dass wir nicht weit gekommen sind.

Insgesamt waren die Fragen nicht schwer, man sollte aber, wenn man hängenbleibt, sofort reagieren und nachfragen, ob man mit den anderen Fragen weitermachen darf.

Insgesamt habe ich festgestellt , dass man vor den mündlichen Prüfungen viel aufgeregter ist als vor den schriftlichen. Sitzt man erstmal vor den Prüfern kann man die Nervosität aber ganz gut überwinden (es sei denn man hat einen totalen Blackout, wie ich in Chemie :O)).

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