Mündliche Prüfungen Religion Fernabitur ILS 2011


Bericht von Gerrit:

Religion – Islam / Judentum

Islam

Ich erhielt in der Vorbereitungszeit einen Auszug aus einem Schriftstück vom Amt für Einbürgerung des Landes Baden Württemberg. Darin mussten sich einzubürgernde Ausländer den deutschen demokratischen Grundwerten verpflichten. Es enthielt sinngemäß folgenden Text: Die BRD hat eine freiheitlich demokratische Grundordnung. – Die Menschenwürde ist unantastbar – Gleichberechtigung von Mann und Frau wird garantiert – Alle Gewalt geht vom Staat aus. Kein anderer Teil der Gesellschaft darf Strafen aussprechen / Gesetze erlassen etc.

Nun sollte ich das aus der Sicht eines Muslims betrachten. Ich habe gesagt, dass man zwischen liberalen und streng gläubigen Muslimen unterscheiden müsse und die wörtliche Auslegung des Korans widerspreche fast allen Punkten. Im ILS Heft zum Islam steht eigentlich alles dazu drin. Wichtig ist natürlich auch die Differenzierung. D.h. was bedeutet Menschenwürde im Islam? Ist der Koran menschenunwürdig – natürlich nicht aber es gibt Punkte wie z.B. Züchtigungsrecht des Mannes gegenüber der Frau, etc. was aus unserer Sicht unwürdig ist. Es entstand eine Diskussion über das Bild des Islam, seine Demokratiefähigkeit, etc. Lasst Euch nicht zu einer einseitigen, engstirnigen Position verleiten.

Eine Frage bereitete mir besondere Schwierigkeiten, welche nach der Interpretationsfähigkeit des Korans fragte. Eigentlich ist der Koran nicht interpretationsfähig, da er das wahre und unverfälschte Wort Gottes wieder gibt. Auf der anderen Seite geschah diese historische Betrachtung der Religionsschriften auch schon bei der hebräischen Bibel und dem Neuen Testament. Wie nennt man das? Ich hatte keine Ahnung. Ich erzählte etwas von Hermeneutik, was ich mal aufgeschnappt hatte aber das wollten sie nicht hören. Es ging wohl in die Richtung der Exegese. Exegese ist ein Punkt, der durchaus noch mal vor der Prüfung angeschaut werden sollte. Ruhig auch durch Quellen wie Wikipedia, denn der aktuelle Bezug zu alter Religion und moderner Welt ist IMMER ein Thema in den Prüfungen.

Judentum

Ich bekam in der Vorbereitungszeit einen sehr langen Text (eine DINA4 Seite), in der ein Jude über sein Verhältnis zum Judentum berichtete. Er war erstaunt, dass nach all dem Leid, Verfolgung, Auslöschung, etc. das Judentum überhaupt noch existierte. Er selber glaubte nicht an Gott, hatte aber eine starke Bindung zu seinem Volk. Die Hauptaussagen des Textes sollten kurz zusammengefasst werden. Danach sollte sein Bild in das Bild des Judentums eingearbeitet werden. D.h. Kann er sich als Jude sehen, wenn er nicht an Gott glaubt und welche anderen, nicht genannten Teile bestimmen die jüdische Identität.

Ich habe mit dem / der TRIAS geantwortet. Jüdische Identität bezieht sich also auf Gott, das Volk und das Land Israel. Der Autor hat quasi nur Bezug auf das Volk genommen, hat sich aber von Gott distanziert und auch mit Israel als Amerikaner nicht viel zu tun. Bei Gott habe ich das „gerechte Leben“ angeführt, dass man auch ohne Gottglauben führen kann und damit gehört man zu den „Gerechten der Völker“. Beim Land Israel habe ich den Zionismus erklärt.

Man muss schon ein recht breites Fachwissen aufweisen, das es dann schnell abzurufen gilt. In beiden Bereichen  habe ich mich nur mit den 3 Heften: Judentum, hebräische Bibel und Islam vorbereitet. Dazu kam noch ein bisschen Zusatzwissen über Wikipedia.

Ergebnis: 12 Punkte

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