Prüfungsratgeber Mündliches Abitur

Dieser kleine Ratgeber soll helfen die Angst vor den mündlichen Abiturprüfungen, besonders im Fernabitur, ein bisschen zu schmälern.

Ratgeber Fernabitur: Prüfungstipps Mündliche Prüfungen


Mündliche Abiturprüfungen.

Das sollten Sie wissen!

Dieser Ratgeber soll Ihnen helfen die Angst vor den mündlichen Abiturprüfungen, besonders im Fernabitur, ein bisschen zu schmälern. Vorneweg: Ein bisschen Aufregung bleibt immer bestehen und auch wenn es sich anhört wie eine blöde Phrase das ist auch gut so. Aufregung stärkt die Konzentration und hält Sie davon ab während der Prüfung an den Einkauf von morgen oder den Streit mit dem Partner zu denken.

1. Allgemeine Infos
2. Vorbereitung
3. Prüfungsgespräch simulieren
4. Tipps für Prüfungszeit & Prüfungen


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1. Allgemeine Infos

Die Prüfung findet 3-4 Monate nach den schriftlichen Prüfungen statt sofern Sie diese bestanden haben. Es besteht aber auch die Möglichkeit die mündlichen Prüfungen zu verschieben. Das ist besonders dann interessant, wenn Sie Vollzeit arbeiten, da Sie so mehr Zeit haben, sich auf die mündlichen Prüfungen vorzubereiten.

Im Fernabitur werden Sie in 4 Fächern mündlich geprüft, die Sie selbst bestimmen können. Es gibt keine Regeln bis auf jene, die allgemein für die Fächerkombination gelten (abhängig vom Bundesland). Für jedes Fach werden von Ihnen selbst zwei Themen festgelegt.

In Deutsch zum Beispiel wählen Sie zwei Bücher verschiedener Epochen (z.B. Goethe und Brecht) oder in den Naturwissenschaften zwei Hauptthemen wie in Chemie Proteine und Säuren und Basen (eines aus der organischen, eines aus der anorganischen Chemie). Genauere Informationen zu den Themenmöglichkeiten erhalten Sie  von den Fernlehrinstuten. Bei ILS in der Regel nach den Probeklausuren.

2. Vorbereitung auf die mündliche Prüfung

Eine mündliche Prüfung erweckt bei vielen absolute Panik. Sie haben Angst, kein Wort rauszubringen, alles zu vergessen, miese Prüfer abzubekommen, die ganze Zeit auf’s Klo zu müssen, furchtbaren Durst zu haben, zu schwitzen, knallrot anzulaufen, sich zu verrennen oder sich schlicht zu blamieren.

Zunächst einmal: Das geht wirklich jedem so. Vom Charakter her sind mündliche Prüfungen einfach unbekannter und machen nervöser als schriftliche. Schon deshalb sollten Sie sich gut überlegen, welche Fächer Sie ins Mündliche legen. Viele erhoffen sich, wenn sie z.B. Mathe ins Mündliche legen einfach mehr Zeit zum Lernen zu haben. Aber die Prüfung kommt, drei Monate früher oder später. Ist es nicht besser in Ruhe nachdenken zu können und auch nochmal nachzurechnen? In der mündlichen Prüfung muss das Wissen einfach da sein und Sie sollten souverän auftreten. Das trifft auch für die Sprachen zu.

Fächer, die erfahrungsgemäß weniger Schwierigkeiten im Mündlichen machen, sind deshalb Deutsch, Geschichte, Sozialkunde oder Religion. Da können die meisten argumentieren.

Start der Vorbereitung

Mit der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung sollten Sie nicht unbedingt warten bis die schriftlichen Prüfungen gelaufen sind. Es lohnt sich den Stoff für die mündlichen immer wieder aufzufrischen und nicht bei null anfangen zu müssen. So lang sind drei Monate nicht und viele vergessen, dass sie insgesamt länger für die Schriftlichen gelernt haben (vor den Probeklausuren).

Die Themen wählen Sie bereits nach den Probeklausuren. Rein theoretisch könnten Sie dies auch schon vorher machen. Festgelegt werden sie aber erst dann. Die genaue Vorbereitung je Fach wäre zu komplex darzustellen. Deshalb hier nur ein paar allgemeine Hinweise:

Zwar beschränken Sie sich auf zwei Themen je Fach. Aber auch die Basics sowie teilweise Informationen aus den angrenzenden Themengebieten sind wichtig. Sie sollen zeigen, dass Sie nicht Schmalspurwissen sondern fundierte Kenntnisse verfügen. Letztendlich sollte die Vorbereitung in etwa nach dem folgenden Schema ablaufen:

1. Machen Sie sich vertraut mit den Themen.

Lesen Sie in Deutsch die Literatur mehrfach, evtl. auch Biografien zum Autor und Informationen über die Epoche. Es ist in allen Fächern immer hilf- und aufschlussreich mehrere Bücher oder Quellen zu einem Thema zu bearbeiten oder zu lesen. Dadurch erhalten Sie  ein komplexeres Bild von einem Thema und kennen nicht nur einen Standpunkt. Bei aktuellen Themen (Sozialkunde auch Geschichte) macht es Sinn, Zeitungen lesen – das kann sich auch für andere Fächer rentieren, ist hier aber essentiell.

2. Reflektieren Sie das Wissen.

Lernkarten, eigene Aufsätze, Vorträge, Selbstgespräche, Gespräche im Freundeskreis. Wenn es Ihnen möglich ist, suchen Sie Lernpartner. Meist knüpft man während der Schriftlichen Prüfungen Kontakte – nutzen Sie diese dafür. Versuchen Sie Ihre Themen so weit wie möglich mit eigenen Worten und ohne Zusatzmaterial wieder hervorholen zu können.

3. Prüfungsaufgaben

Sie sind schwer zu finden. Aber es gibt einige Stark Bücher, die gezielt auf das Colloquium vorbereiten. Andererseits können Sie genausogut Aufgaben bearbeiten, die für das Schriftliche Abi gedacht sind. Es geht darum, dass Sie Ihr Wissen abfragen können. Häufig sind in den Fachbüchern auch Aufgaben enthalten.

3. Prüfungsgespräch simulieren

Suchen Sie sich jemanden, der mit dem jeweiligen Thema vertraut ist – zum Beispiel jemanden, der gerade Abi gemacht hat, einen Nachhilfelehrer oder einen anderen Fernabiturienten.

Wirklich gut funktioniert es auch (nicht nur in der Mündlichen), sich das Gespräch komplett vorzustellen. Wie sagt man so schön, es zu visualiseren. Gehen Sie z.B. vor dem Einschlafen den gesamten Ablauf der Prüfung durch. Wenn Sie das vom Schlafen abhält, suchen Sie sich einen anderen ruhigen Zeitpunkt dafür:

Der Vorbereitungsraum

Gehen Sie in Gedanken in den Vorbereitungsraum, setzen Sie sich an den kleinen Tisch, nehmt Sie sich etwas zu trinken, warten Sie darauf, dass Sie die Prüfungsbögen erhalten, schauen Sie aus dem Fenster und den anderen Prüflingen im Raum, drehen Sie das Blatt um und schauen Sie sich die Prüfungsaufgaben eine nach der anderen an.

Dann machen Sie sich Notizen zu den einzelnen Aufgaben, schlagen Wörter nach oder rechnen. Schließlich werden Sie vom Prüfer abgeholt, der Sie in den Prüfungsraum bringt. Er fragt wie es Ihenn geht und Sie antworten, Sie seien nervös, er sagt sowas wie “Keine Angst, wir hatten schon gute Prüfungen heute, das schaffen Sie auch.”.

Die Prüfung

Jetzt sind Sie im Raum, dort sitzen zwei weitere Prüfer. Sagen Sie “Guten Morgen” oder was auch immer und lächeln Sie sie an. Schließlich werden Sie gefragt, mit welchem Thema Sie beginnen wollen. Nehmen Sie das sicherer sitzende Thema und fangen Sie an, zunächst etwas Allgemeines dazu zu sagen, nachdem Sie gefragt haben, ob das okay ist und beginnen Sie schließlich mit der Beantwortung der ersten Frage und den folgenden. Es läuft gut. Sie wissen die meisten Antworten und können viel zum Thema sagen.

Das Ende der Prüfung

Dann ist die erste Viertelstunde auch schon rum und es kann mit dem zweiten Thema los gehen. Sie gehen genauso vor und auf einmal ist die halbe Stunde rum und Sie verlassen den Raum.

Stellen Sie sich das Gefühl der Erleichterung vor. Die Prüfung ist vorbei. Sie gehen zu den anderen Fernstudis, teilen das Gefühl der Erleichterung und auch des Bangens, diese einzigartige Aufregung. Und ein paar Minuten später kommt der Prüfer und nennt Ihnen Ihr Ergebnis, mit dem Sie glücklich sind.

Jetzt rufen Sie Ihre Familie an, empfangen Glückwünsche von den anderen und können sich erstmal entspannen und darauf warten, wie die anderen abschneiden.

Versuchen Sie in Ihrer Vorstellung genau auf Details zu achten. Was können Sie machen, um die Prüfung zu verbessern?

4. Tipps für die Prüfungszeit und die Prüfungen

Teilen Sie Ihre Erfahrungen

Berichten Sie uns und den Lesern von Durch-Lernen-zum-Erfolg.de von Ihren Erfahrungen und helfen Sie anderen damit bei der Entscheidungsfindung und auf Ihrem Weiterbildungsweg. Wir veröffentlich positive und negative Berichte in unseren Erfahrungsberichten.

Einfach E-Mail an: erfahrungen@durch-lernen-zum-erfolg.de

Lernen kurz vor den Prüfungen

In der Prüfungszeit sollten Sie möglichst nichts mehr lernen müssen. Natürlich können und sollen Sie wiederholen und sich Ihre Notizen nochmal (und nochmal und nochmal und nochmal) ansehen. Aber was Sie jetzt nicht wissen oder können, das ist nur schwer noch nachzuholen. Andererseits kommt uns unser Kurzzeitgedächtnis in solchen Situationen zu Gute. Lesen Sie (ohne Notizen oder Sonstiges) einfach nochmal ein paar Seiten zu dem Thema. Details fallen einem dann in der Prüfung ein. Auf keinen Fall sollten Sie die ganze Nacht vor der Prüfung durchlernen.

Nach der Prüfung

Achtet Sie, auf ausreichende Entspannung nach den Prüfungen. Genug Schlaf gehört genauso dazu wie ein Essen mit den anderen Fernstudis. Da können Sie Dampf ablassen – jeder ist in der gleichen Situation und die Nervosität schwört Sie auf eine Gemeinschaft ein. Da lässt man leichter die Seele baumeln und guckt nicht so ängstlich auf die nächste Prüfung. Wenn Sie gern Sport machen, dann packen Sie Joggingschuhe oder Yoga-Matte mit ein.

Gehen Sie früh schlafen und lassen Sie sich besonders morgens viel Zeit bevor Sie los müssen. Versuchen Sie etwas vor der Zeit anzukommen. Einerseits sind Sie dann nicht so gestresst und andererseits können Sie die, die vor euch geprüft wurden, ausfragen.

Das essentielle Übliche nicht vergessen

Leicht aber genug frühstücken, nochmal auf die Toilette gehen, Taschentücher einstecken, Stifte, Taschenrechner und Textmarker nicht vergessen. Bequeme Kleidung anziehen. Handy ausschalten. Glücksbringer einstecken. Machen Sie alles, wodurch Sie sich gut fühlen!

Achtet Sie auf Ihren Auftritt

Dazu zählt ordentliche Kleidung, in der Sie sich aber wohlfühlen. Ein gepflegter Auftritt macht Eindruck. Seien Sie außerdem freundlich und sagen Sie “Guten Morgen” (in Sprachprüfungen möglichst in der jeweiligen Sprache). Vergessen Sie auch nicht, sich zu verabschieden und immer lächeln. Werden Sie gefragt, warum Sie sich das Thema ausgesucht haben, dann haben Sie ein Antwort parat, vielleicht auch eine klitzekleine Anekdote.

Schlechte Ergebnisse

Falls das Ergebnis einer Prüfung nicht Ihren Erwartungen entspricht, versuchen Sie gelassen zu bleiben. Die anderen Prüfungen sind ebenfalls wichtig. Wenn Sie sich aus der Bahn werfen lassen, sind diese Prüfungen auch gefährdet.

So, nun viel Erfolg bei Ihren Prüfungen!

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