Tandempartner


Nein, ich rede nicht vom Fahrrad fahren. Tandempartner sind Sprachpartner. Sie wollen eine bestimmte Sprache lernen und bieten im Gegenzug ihre Muttersprache an. Ich muss zum Beispiel für meine mündlichen Abiprüfungen ein halbwegs flüssiges Spanisch drauf haben. Naja, und da mein Kater nur Französisch spricht, hab ich mal “Tandempartner spanisch Berlin” gegooglet. Und siehe da, am Montag hatte ich mein erstes “Date” mit Yani (ein Mädchen) aus Argentinien, die in Berlin wohnt und für ihr künftiges Filmstudium ihre Deutschkenntnisse aufbessern will. Wir haben uns zwar erst einmal getroffen, aber ich glaube, dass das sehr sehr effektiv sein wird. Am Freitag treffen wir uns das erste Mal richtig zum Lernen und Üben. Wir haben beide unsere Wörterbücher auf dem Tisch und dann versuchen wir uns zu unterhalten, halb auf Spanisch und halb auf Deutsch.

Das ist schon echt was anderes als die Hörtexte von den Kassetten da spult man zurück, wenn man was nicht verstanden hat und beim 10ten Mal liest man sich dann doch den Text durch. Aber mit einem echten native speaker, bekommt man erstmal wirklich mit, wie was ausgesprochen wird und man kann sofort fragen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Sie konnte mir auch Ausspracheprobleme sofort erklären. Ich fand es wirklich gut und denke, dass das meiner Spanischnote einen richtigen Hype geben wird :). Ich glaube nämlich nicht, dass ich mich so super fließend ausdrücken könnte, wenn ich gar keine Praxis im Sprechen hätte. Und so allein zuhause vor sich hin erzählen ist ja dann doch ziemlich einseitig und man kommt gar nicht in die Situation auch mal inmediatamente auf eine Frage zu reagieren.Also, allen, die mündlich in einer Sprache geprüft werden sollen und diese noch nie vorher praktiziert haben, kann ich nur empfehlen: Googlet Tandempartner und eure Stadt. Meine Yani =) hab ich über erstenachhilfe.de gefunden. Die Seite ist auch gut für Nachhilfe.

Update:

So, inzwischen hab ich die Yani 3, 4 mal getroffen und bin schon jetzt begeistert. Wir versuchen jetzt immer eine halbe Stunde Deutsch und eine halbe Stunde Spanisch zu sprechen. Was noch nicht ganz klappt, weil wir beide noch zuviele Defizite haben. Aber das Gute ist, dass wir uns dann gegenseitig helfen können. Wirklich gut ist es, wenn ihr einen vernünftigen Vokabelschatz habt. Ich dachte eigentlich nicht, dass ich wirklich viele Vokabeln kennen. Also klar, nach drei Jahren Spanisch weiß man viel, aber ich war mir da sehr unsicher. Jedoch, im Gespräch merkt man erstmal, wie gut man schon ist und das es tatsächlich am Anwenden liegt. Die Routine ist das Allerwichtigste, damit man eine gute Sprech- und Schreibgeschwindigkeit aufbauen kann.

Das merke ich auch gerade in Englisch und Französisch. Seitdem ich aus den Probeklausuren zurück bin, beantworte ich jeden Tag Abifragen in den beiden Sprachen. Und man merkt total, wie man sicherer wird. Auch wenn keiner zum kontrollieren da ist, man wird sicherer im Umgang mit Vokabeln und mit Satzkonstruktionen. Dadurch, dass ich vor den Fragen immer erst den Text bearbeiten muss, lese ich auch (mit Time Magazine und L’Express) sehr viel in den Sprachen, was die Sicherheit erhöht.Zurück zum Tandem. Was mir ganz besonders gut gefällt ein Native Speaker benutzt keine falschen Vokabeln. Er benutzt jene, die am häufigsten benutzt werden – seine Sprache ist natural und nicht rare oder awkward (diese Worte standen bei mir häufig unter englischarbeiten – nicht sehr nett). Und genau das hoffe ich in den kommenden Monaten übernehmen zu können.

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