Wie mir Blinkist beim Lernen hilft.


Bücher in Kurzform. Als ich das erste Mal von Blinkist* hörte, musste ich unweigerlich an Shortbooks denken. Dieser Dienst hatte mich während des Fernabiturs und auch im Studium begleitet. Auch hier hatte ich darüber berichtet. Shortbooks. Das waren zehn- bis zwanzig-minütige Hörbücher oder kurze Ebooks, die den Inhalt eines Buchs zusammenfassten. 2012 wurde der Service eingestellt.

Auch nach dem Studium nimmt das Lesen von Sachbüchern einen großen Teil meiner Zeit ein. Als Hörbücher, Ebooks und im klassischen Format mit Seiten zum Umblättern befinden sich auf meiner aktuellen Leseliste immer mindestens 5 verschiedene Sachbücher. Es ist verlockend, der Versprechung von Blinkist zu glauben: “Mehr als 2000 Sachbuch-Bestseller in clevere Kurztexte zusammengefasst, die du in nur 15 Minuten lesen oder anhören kannst.”

Selbstverständlich ist es unsinnig zu erwarten, dass man alle relevanten Informationen aus einem Buch bekommen kann, wenn man eine 15 Minuten-Zusammenfassung davon liest. Wobei das bei manchen Büchern tatsächlich der Fall ist. Und hier kommen wir zu dem Punkt, der Blinkist so attraktiv für mich macht. Ein Großteil der Bücher, die auf dem Markt erscheinen, ist es nicht wert, komplett gelesen zu werden, sie enthalten aber dennoch wichtige Informationen, die ich nicht missen, zumindest mal davn gehört haben möchte.

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Aber fangen wir mal bei den Grundlagen an:

Was ist Blinkist überhaupt?

Das Team von Blinkist liest Bücher und fasst diese zusammen. Aus diesen Zusammenfassungen entstehen Ebooks und für die meisten Bücher auch Audiobooks. Diese können von Abonnenten (ab 49,99 Euro im Jahr) über die Blinkist-App abgerufen, heruntergeladen, angehört (Blinkist-Premium für 79,99 Euro im Jahr) und gelesen werden. Bevor es an die eigentliche Inhaltsangabe geht, erhalten wir eine kurze Info über das Buch und den Autor und ein paar Stichpunkte dazu, wer dieses Buch lesen sollte. Am Ende gibt es eine Kernaussage und Tipps, was man konkret aus dem Buch umsetzen kann. Wer also noch weniger Zeit investieren möchte, kann sich die Inhaltsangabe aus dem Mittelteil sparen.

Was sind eigentlich Blinks?

Anstatt einer Zusammenfassung in Form eines Essays liefern die Blinkister die Buchinhalte als Blinks. Das sind in gewisser Weise Kapitel innerhalb der Zusammenfassung, die zunächst in einem Satz und dann in mehreren Absätzen, nun ja, den Inhalt von einzelnen Teilen des Buches zusammenfassen.

Was ist schön an Blinkist?

Zunächst einmal ist Blinkist sehr komfortabel. Es gibt sowohl für Android als auch für iOS eine App. Die Sprecherstimmen sind sehr angenehm und man hat die Möglichkeit die Geschwindigkeit zu regulieren. Außerdem synchronisiert die App zwischen Text und Audio. Wenn ich mein Essen also bei Blink Nummer 7 fertig gekocht habe und ich aber später im Bett neben meinem Partner weiterlesen will, muss ich nicht erst die Stelle suchen, an der ich stehen geblieben war.

Die bereits angesprochene Einführung und den Key Message am Ende finde ich ebenfalls besonders gelungen, da man so manchmal nicht einmal die 15 Minuten investieren muss. Wenn ich also zum Beispiel im Buchladen stehe und ein Geschenk für einen Freund aussuchen will, kann ich mir zu vielen Sachbüchern in weniger als einer Minute die Kernaussagen durchlesen und vermutlich schon dann besser einschätzen, ob das Buch zu meinem Freund passt.

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Und natürlich ist es schön, wenn jemand anderes, der sich auch noch mit der Materie des Buches auskennt es bereits für mich gelesen und alle wichtigen Aspekt herausgeschrieben hat.

Was ist schwierig an Blinkist?

Das kann allerdings auch ein Problem sein. Denn natürlich gewichtet und versteht jeder Leser die Inhalte eines Buches subjektiv, also in gewisser Weise anders, oft auch als der Autor selbst sie vielleicht gemeint hat. Ob das nun an der unverständlichen Schreibweise des Autors liegt oder nicht. Letztendlich interpretiert jeder ein Buch ein bisschen anders. Und was wichtig für mich ist, kann für den Blinkister vollkommen irrelevant sein.

Etwas störend empfinde ich auch, dass mich die Blinks auf eine vordefinierte Weise auf ein Buch vorbereiten. Sollte ich also auch das ganze Buch lesen, habe ich bereits ein Vorwissen dazu. Das ist manchmal gut. Manchmal merke ich jedoch, dass ich mehr oder weniger auf die Stellen warte, die ich schon aus den Blinks kenne. Mein Gehirn möchte wiederholen und ich bin nicht komplett überzeugt, dass ich die dazwischen liegen Worte genauso intensiv speichere, wie das Wissen, dass ich bereits aus den Blinks kenne. Andererseits bietet das vorhandene Wissen aus der Zusammenfassung auch eine Art Gerüst, an dem man sich bei der Lektüre entlang hangeln kann.

Und natürlich können auch nicht alle Inhalte eines Buches in die Blinks aufgenommen werden. Das liegt zwar im Konzept begründet und muss ja auch so sein. Ich kann aber nicht ausschließen, dass ein für mich wichtiger Aspekt nicht angesprochen wird.

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Für wen lohnt sich Blinkist?

Dennoch, jeder, der viele Sachbücher für Studium, Beruf, Weiterbildung oder die persönliche Weiterentwicklung liest, profitiert von Blinkist. Wenn ich vor der Entscheidung stehe, ein weiteres Sachbuch zu lesen, dann suche ich häufig zunächst in der Blinkist-App und höre die Zusammenfassung beim Laufen oder Kochen. Oft weiß ich schon nach den ersten Blinks, ob mich ein Buch tatsächlich interessiert oder nicht. Und manchmal reicht mir auch die Zusammenfassung und ich entscheide mich dagegen das ganze Buch zu kaufen oder auszuleihen.

Wenn ich mich besonders intensiv mit einem Thema befassen will, dann suche ich in der App nach ähnlichen Büchern und höre die verschiedenen Zusammenfassungen. Ich würde nicht alle diese Bücher im Ganzen lesen. Blinkist gibt mir dann aber die Möglichkeit, zumindest einen Teil des Wissens daraus mitzunehmen. Ich kann auf diese Weise entspannt querlesen.

Fazit

Ich nutze Blinkist gern. Die App funkioniert gut und die Titel sind interessant. Es sind Bestseller und monatlich kommen dutzende neue hinzu. Es macht Spaß, durch die Bücher zu stöbern und neue Buchideen zu entdecken. Ein Ersatz für die Lektüre eines kompletten Buches ist es zwar nicht. Aber das soll es auch gar nicht sein. Probieren Sie es aus und testen Sie Blinkist*

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