Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik


Die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik geht zurück auf neoklassizistische Wirtschaftstheorien bis zu Adam Smith. Hauptgedanke aller Theoretiker ist der freie Markt. Alle Marktteilnehmer sollen möglichst frei und nach eigenem Ermessen agieren dürfen. Nach Adam Smith ergibt sich schließlich eine Förderung des allgemeinen Wohlstandes, wenn jeder egoistisch nach dem eigenen Glück strebt.

Des weiteren könne, wie von Gegnern der Theorie behauptet, keine langfristige Überproduktion entstehen, da sich jedes Angebot seine eigene Nachfrage schaffe. Im Laufe eines Strukturwandels könne zwar kurzfristig in einem schwindenden Sektor eine Überproduktion auftreten. Diese impliziere aber zugleich eine Unterproduktion in einem anderen Sektor. (Saysches Theorem)

Langfristige Arbeitslosigkeit sei freiwillig. Arbeit werde immer nachgefragt, nur ändere sich ihr wert. Die Arbeitnehmer müssten so geringere Löhne in Kauf nehmen.

Natürlich wird die Angebotstheorie heute nicht in dem Maße umgesetzt oder vertreten. Einen sehr wichtigen Aspekt jedoch fordern besonders Liberale: Weniger staatliche Interventionen. Das von Adam Smith geforderte „Laissez-Faire“ umfasst eine strikte Rollenverteilung zwischen Staat und Wirtschaft. Der Stadt selbst solle eine reine Ordnungsfunktion übernehmen. Dazu zählen der Aufbau von rechtlichen Rahmenbedingungen und die Sicherung des Landes nach innen und außen. Besonders heute fordern angebotsorientierte Ökonomen den Rückzug des Staates aus der Wirtschaft. also den Verzicht am Markt als Wirtschaftsteilnehmer zu wirken. Die Deregulierung der Marktprozesse, verbunden mit einem Abbau von Bürokratie, und die Privatisierung großer Staatsunternehmen sind bereits angewandte wirtschaftspolitische Maßnahmen, die in diese Richtung zielen, wie die Lockerung des Kündigungsschutzes und die Senkung der Steuerbelastung der Unternehmen (Unternehmenssteuerreform).

Des Weiteren können die Unternehmen auf Grund der bestehenden tariflichen Ordnungen und der hohen Belastungen der Löhne durch Lohnnebenkosten nicht effektiv auf Nachfrageänderungen reagieren. Flächentarifverträge bedeuten, dass in allen Unternehmen einer Branche die gleichen Regeln gelten, egal ob die wirtschaftliche Situation es erlaubt oder nicht. Hohe Lohnnebenkosten erhöhen die Lohnstückkosten und sind, neben Renditestreben etc., ein Grund für die Lohnzurückhaltung der Unternehmen. Jeder Euro, den der Arbeitnehmer mehr erhält ist mit weiteren 21 Cent belastet, die das Unternehmen zusätzlich in Form von Sozialversicherungsbeiträgen an den Staat abführt. Des Weiteren kommt dieser Euro nur zu etwa 35% in Form von erhöhter Nachfrage an den Markt zurück, da auch die Empfänger sowohl Steuern als auch Beiträge bezahlen und ein Teil des Einkommens gespart wird.

Für die Unternehmen ist der Lohn also in erster Linie ein Kostenfaktor. Sieht man von realen Entwicklungen ab (die Renditen vieler großer Unternehmen sprechen eine andere Sprache als ihr alltägliches Jammern) und bezieht sich nur auf die Theorie, dann müssen Unternehmen Preise erhöhen, wenn die Lohnsteigerung über dem realen Produktivitätszuwachs liegt. Können diese Preissteigerungen nicht durchgesetzt werden, dann muss das Unternehmen Rationalisierungsmaßnahmen treffen und Leute entlassen. Natürlich kann man behaupten, dass die Renditen der großen Unternehmen ständig steigen usw. Bezieht man die Theorie aber auf die kleinen Betriebe, wird deutlich, wen eine Lohnsteigerung trifft. Ein kleiner Handwerksbetrieb kann eine Lohnsteigerung nicht so gut umsetzen, wie BMW oder die Deutsche Bahn.

Die Unternehmen gehen also von einem anderen Kreislauf aus als die Keynesianer. Die hohen Kosten der Löhne zwingen die Unternehmen Preise zu erhöhen. Dadurch sinkt die Nachfrage und es kommt zu einer Überproduktion. Die Kapazitäten müssen gesenkt werden, oder die Produktivität erhöht. Da Lohnsenkungen nicht möglich sind, müssen die Unternehmen Personal entlassen und/ oder Rationalisierungsmaßnahmen treffen. Dadurch jedoch geht dem Markt weitere Nachfrage verloren.

Die Angebotstheoriker fordern demnach, dass der Staat Löhne und Arbeitsverhältnisse flexibilisiert, so dass Lohnabsprachen individuell getroffen werden können. Der Staat soll außerdem die notwendige Infrastruktur herstellen und Sorge tragen, dass ein allgemeines Bildungsniveau aufgebaut wird. Auch die Abwicklung von Unternehmungen, in denen der Markt versagt, sollen vom Staat organisiert werden zum Beispiel in Bezug auf die Umweltpolitik. Mehr aber nicht! Die Unternehmer fordern den schlanken Staat, der dem privaten Marktteilnehmer mehr Pflichten zuspricht. Wie die Eigenvorsorge, so dass die Lohnnebenkosten und Steuern gesenkt werden können, die zu einem großen Teil dafür verwandt werden um Transferzahlungen zu leisten. Die Unternehmen glauben, dass der Einzelne kaum noch ein Leistungsdenken entwickeln kann, weil er nicht mehr arbeiten muss. Der Staat kommt für alle Kosten auf und ein Geringverdiener erhält oft weniger Lohn als ein AG-II-Empfänger mit allen Zuschüssen.

Staatliche Interventionen, besonders Subventionen, verhindern, dass ein „natürlicher“ struktureller Wandel durch Innovationen und Branchensterben geschehen kann. Zumindest jedoch wird er verzögert, was Einbußen bezüglich des wirtschaftlichen Wachstums und auch in Bezug auf Arbeitsplätze bedeutet. Da wichtige Gelder nicht in die Erkundung neuer Technologien geführt werden können. In Bezug auf den Standort Deutschland bedeutet dies, dass andere Staaten in bestimmten Branchen schneller sind und sich eher behaupten können.

Zusammengefasst: Die Senkung der Steuerlast, Privatisierung, die allgemeine Zurückhaltung des Staats und die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse soll zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen führen. So können neue Arbeitsplätze und langfristig ein beständiges Wirtschaftswachstum geschaffen werden.

Wichtige Vertreter der angebotsorientierten Wirtschaftstheorien sind und waren Adam Smith, Jean Baptiste Say, Milton Friedman und Joseph A. Schumpeter.

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