Soziale Auslese


Wer aufsteigt und wer absteigt wird danach entschieden, welche Leistung er erbringt. Jemand, der hart arbeitet, sich weiterbildet und sich innovativ zeigt, der hat mehr Chancen auf Beförderung und ein höheres Gehalt als jener, der nur das nötigste tut. So die Theorie.

Die Praxis zeigt sich differenzierter. Zum Beispiel im Kündigungsschutz. Die Sozialauswahl fordert, dass bei betrieblich bedingten Kündigungen zuerst jene aussortiert werden, die keine Kinder haben, nicht schwanger oder wehrpflichtig, in Ausbildung oder eine bestimmte Zeit im Betrieb angestellt sind. Dabei bleibt dann unbeachtet, wer tatsächlich die beste Leistung für das Unternehmen erbringt.

Was soziale Härten abfedert, schließt Chancengleichheit in diesem Fall aus. Denn der beste Angestellte (30, unverheiratet, kinderlos, seit 2 Jahren im Betrieb) hat keine Chance, wenn ein Arbeitsplatz wegfällt und die Entscheidung zwischen ihm, einer schwangeren Mutter von 2 Kindern, einem 50-jährigen mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Wehrpflichtigen zu fällen ist.

Natürlich findet er danach schneller einen Job und ist unabhängiger bezüglich regionaler Mobilität. Aber den Theorien der Leistungsgesellschaft entspricht das nicht.

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