Staatsquote


Die Staatsquote beinhaltet alle staatlichen Ausgaben innerhalb eines Jahres gemessen am Bruttoinlandsprodukt in Prozent. 2006 betrug das BIP 1.984 Milliarden Euro und die Staatsquote lag bei 45,7%. Der Staat gab also insgesamt etwa 907 Milliarden Euro aus. Und wofür? Den größten Posten nehmen die Sozialausgaben ein (fast 57%), also Arbeitslosengeld I und II, Kindergeld, Bafög, Rente und nicht zu vergessen Subventionen.

Fast gleich auf sind die Entgelte für Beamte und Sonstige Kosten (16% bzw. fast 18%). Ganze 6% der Staatsquote (das sind   54 Milliarden Euro) werden für Zinszahlungen ausgegeben, die durch die Staatsverschuldung anfallen (1.500 Billionen Euro). Gemessen an diesen Summen scheint die Investitionsrate an der Staatsquote von lediglich 3% sehr gering.

Deutschland versucht die Staatsquote zu senken. Dies geschieht im Zuge der Deregulierung des Marktes. Die Marktteilnehmer sollen freier agieren können und weniger in ihrem Handeln beeinflusst werden. Dies fordern die Angebotstheoretiker. In ihren Augen wird der Einzelne in seinem Leistungsstreben durch zu hohe Transferzahlungen unterdrückt. Da die Sozialhilfen mittlerweile oft ein Niveau erreichen, zu dem andere Menschen arbeiten gehen, sträuben sich viele (oder einige) auf die staatliche Hilfe zu verzichten und stattdessen arbeiten zu gehen.

Doch statt diesen Missstand zu ändern, fordern Politiker die Löhne zu erhöhen, was zwangsläufig dazu führen wird, dass das Niveau der Transferzahlungen weiter in die Höhe schnellt. Ein Kombilohnmodell würde leistungsförderndere Möglichkeiten aufzeigen und dem Staat Geld sparen. Zumal würden Niedriglohnjobs erhalten bleiben, was auch für den Verbraucher Vorteile bringt (oder wieviel Geld wollt ihr beim Frisör oder im Restaurant ausgeben bzw. wielange wollt ihr dorthin laufen?).

Eine hohe Staatsquote ist also immer ein Zeichen dafür, dass der Staat regulierend in den Markt eingreift. Sie ist nur dann lobenswert, wenn der Anteil an den Investitionen sehr hoch ist. Denn der Staat investiert vorwiegend in Infrastruktur-, Bildungs- und Forschung, was das qualitative Wachstum Deutschland’s deutlich stärken könnte.

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