Bezugsrecht


Ein Bezugsrecht erhalten Inhaber von Aktien in der Regel dann, wenn die jeweilige Aktiengesellschaft neue Aktien ausgibt, um sich neues Kapital zu beschaffen.

Warum gibt man Aktionären dieses Recht?

Die Kapitalerhöhung sorgt häufig dafür, dass der Kurs einer Aktie sinkt. Mehr Aktien bedeuten, dass der Gesamtwert des Unternehmens an der Börse, also die Marktkapitalisierung (Aktienanzahl x Aktienkurs) auf mehr Aktien verteilt wird. Würde der Kurs gleich bleiben, würde auch die Bewertung des Unternehmens steigen, ohne das fundamental etwas dahinter steht. Damit Altaktionäre aber nicht schlechter gestellt werden, oder zunindest einen Ausgleich für ihre Schlechterstellung erhalten, erhalten sie für einen zuvor bestimmten Zeitraum das Recht, die neuen Aktien zu dem Preis zu erhalten, den das Unternehmen für die Emission festlegt. Dieser liegt in der Regel deutlich unterhalb des aktuellen Aktienkurses.

Anzeige*


Muss man das Bezugsrecht ausüben?

Nein. Man kann das Bezugsrecht auch an der Börse verkaufen. Zu welchem Preis bestimmt der Markt. Wie auch bei der Aktie selbst gilt, je höher die Nachfrage, desto mehr Geld bekommt man für den Verkauf des Bezugsrechtes.

Wie errechnet sich der Wert des Bezugsrechts?

Es gibt dafür eine Formel. Wie oben beschrieben, unterliegt der tatsächliche Wert allerdings Angebot und Nachfrage:

(Kurs der alten Aktie – Bezugskurs der jungen Aktie) : (Bezugsverhältnis + 1).

Verständlicher wird es durch ein Beispiel:

Verhältnis: Für 10 alte Aktien wird 1 neue ausgegeben
Alter Kurs: 50 Euro
Preis der neu ausgegebenen Aktien: 40 Euro

(50 – 40) : (10 + 1) = 10 / 11 =  0,91 Euro

Wenn man also, anstatt die neuen Aktien für 40 Euro/Stück zu kaufen, die Bezugsrechte dafür verkauft, erhält man je Recht 91 Cent. Der Käufer des Bezugsrechts kann dann wiederum die neue Aktie für 40 Euro kaufen.

Ähnliche Einträge

error: Content is protected !!