Strafzölle


 

Erhebt ein Staat auf die Importe aus einem anderen Staat außergewöhnlich hohe Zölle spricht man von Abwehrzöllen oder Strafzöllen, zum Teil wird auch der Begriff Anti-Dumping-Zölle verwendet.

Warum werden Abwehrzölle erhoben?

Das Ziel von Strafzöllen ist der Schutz der inländischen Wirtschaft (Protektionismus). Denkbar wäre auch die gezielte Förderung der Importe aus Ländern, denen diese Zölle nicht auferlegt werden oder der Boykott von Importen bestimmter Staaten zum Beispiel als Vergeltungszoll oder als Sanktions-Maßnahme.

Häufig sind Abwehrzölle Reaktionen auf die Zollpolitik oder Dumping-Preise des anderen Staates. Letztere entstehen häufig durch schlechte Arbeitsbedingungen für Mensch und Umwelt. Um zu verhindern, dass Verbraucher die politisch inkorrekten Produkte auf Grund des niedrigeren Preises vorziehen, können diese durch Zölle erhöht werden.

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Wie stärken Strafzölle die eigene Wirtschaft?

Die höheren Zölle werden durch steigende Preise direkt an die Verbraucher weitergegeben. Ein Beispiel:

Land A und Land B verkaufen das selbe Produkt zum Preis von 100 Euro in Land A. Nun erhebt Land A Abwehrzölle auf das Produkt, wodurch sich dieses auf 130 Euro verteuert. Aber nur, wenn es aus Land B kommt. Da die Produkte weitgehend identisch sind, greifen die Menschen in Land A nun bevorzugt zu dem Produkt aus ihrem eigenen Land. Immerhin sparen sie 30 Euro. Um mit diesem Preis mithalten zu können, müsste Land B den Preis deutlich senken.

Strafzölle stärken also die Wirtschaft, indem sie es anderen Staaten schwieriger machen, ihre Produkte bei gleicher Qualität abzusetzen.

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Welche Auswirkungen haben Abwehrzölle auf das andere Land?

Durch die geringeren Absatzquoten werden zum einen die Export-Einnahmen des anderen Landes reduziert. Zum anderen entsteht ein Produktionsüberschuss, wenn der Export einen hohen Anteil am Absatz eines Unternehmens hat. Dieser drückt die Preise im eigenen Land und reduziert die Gewinne.

 

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